··· Verein ehemaliger Studierender vergibt Buchpreise 1996

Aus: Regensburger Universitätszeitung, Ausgabe 3/97

Wie in jedem Jahr: acht Buchpreise gingen an Studierende im Hauptstudium

Das wichtigste Handwerkszeug für wissenschaftlich Arbeitende ist wissenschaftliche Literatur, Monographien und Fachzeitschriften; im naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Bereich gesellen sich noch die teuren Geräte hinzu. Bereits im Hauptstudium tritt neben normale Lehrbücher in zunehmendem Maß die spezifischere Fachliteratur. Die heute weit genutzte Möglichkeit des Kopierens kann nicht den Besitz eigener Fachliteratur in gebundener Form ersetzen, diese Erfahrung machen Studierende sehr rasch im Hauptstudium. Doch Fachliteratur ist zumeist recht teuer, das schmale Studentenbudget ist häufig überfordert.

Aus diesem Grund wählte der "Verein ehemaliger Studierender der Universität Regensburg e.V." als eine seiner Fördermaßnahmen die Vergabe von Buchpreisen an erfolgreiche Studierende. Auf Vorschlag der Fakultäten und Institute wurden seit 1994 vom Verein insgesamt 21 Buchpreise zu je DM 500.– an Studentinnen und Studenten verliehen. In jedem Jahr werden Studierende anderer Fachrichtungen bedacht.

Buchpreisträger '96 Am 16. Januar 1997 trafen sich im "Dozentenzimmer" der Naturwissenschaftlichen Fakultät IV für Chemie und Pharmazie Dagmar Lippl (Volkswirtschaft), Isa Schulz (Volkswirtschaft), Brigitte Klement (Pharmazie), Wolfgang Fraunhofer (Pharmazie), Andreas Hiltscher (Anglistik),Markus Arneth (Anglistik), Renate Plutz (Germanistik) mit Mitgliedern des Vereins zu einer kleinen Feierstunde, zur Überreichung der Buchpreise 1996, einer Urkunde und des Schecks. Holger Saurenbach (Anglistik/Germanistik), derzeit in USA studierend, wird nach seiner Rückkehr den Scheck in Empfang nehmen.

Die Übergabe der Buchpreise bietet stets eine willkommene Gelegenheit, persönliche Kontakte zu den Studierenden zu knüpfen, die bei Bedarf auch vertieft werden können; das Angebot der Vereinsmitglieder dafür steht und sollte genützt werden. In fast zweistündiger lebhafter Diskussion erzählten die Studierenden von ihren Erfahrungen bei Studienbeginn und im Studienverlauf. Positive und negative Eindrücke kamen zur Sprache, fachspezifisch sehr unterschiedlich. Während Studierende in naturwissenschaftlichen Studiengängen sehr rasch in den "Sog eines geordneten Studienablaufs" hineingezogen werden, empfinden die Studierenden geisteswissenschaftlicher Fächer die neugewonnene "akademische Freiheit" nach dem Abitur nicht immer als leicht; das "Hineinfinden" in das Fach und seine spezifischen Anforderungen im Studium machen mituner erhebliche Schwierigkeiten. Erfreulich zu sehen, daß sechs der acht Preisträger bereits Erfahrungen mit Auslandsstudium haben, von dem sie begeistert erzählten. Man kann nach diesem positiven Erfahrungsbericht nur jedem Studierenden empfehlen, wohlgeplant einen Teil des Studiums im Ausland zu absolvieren. Für die Mitglieder des Vereins ist dies eine positive Nachricht, fördern sie doch mit drei Reisestipendien pro Jahr die Auslandsaktivitäten der Regensburger Studierenden. Mit dem soeben vom Auslandsamt vorgeschlagenen Studentinnen-Trio für das Jahr 1997 wird das erste Dutzend der mit Reisestipendien geförderten Studierenden voll.

Wie notwendig eine weitere Akivität des Vereins ist, nämlich die Einführung von Schülerinnen und Schüler in das Universitätsleben und die Motivierung für die eigene Entscheidung der Studienfachwahl und Berufsausbildung, zeigte der Bericht einer Preisträgerin, die erstmals den Fuß in die Universität setzte, als sie das Studium aufnahm; in der Schule war die Frage "Was ist Universität" von den Lehrern nicht angesprochen worden!

Der Statistiker bemerkt: Bei den Buchpreisen sind die Damen mit genau 50% beteiligt, bei den Reisestipendien sind sie sogar mit 55% vertreten, nur bei den Studienabschlußpreisen sind sie mit 43% knapp unterrepräsentiert, insgesamt eine erfreuliche Geschlechterbilanz.

Beim Dies academicus 1997, zum 30-jährigen Jubiläum der Universität Regensburg und zum 5. Geburtstag des "Vereins ehemaliger Studierender der Universität Regensburg e.V.", werden weitere Studienabschlußpreise und Buchpreise verliehen; ca. DM 45 000.– aus Privatspenden der Mitglieder sind dann in den letzten Jahren in Form von Preisen an Studierende unserer Universität geflossen, ein überzeugendes Beispiel eines Generationenvertrags: Die ehemaligen Studierenden helfen den jungen.

J. Sauer