··· Thomas Baer

Der Autor dieses Beitrags, Herr Thomas Baer, schloss sein in Regensburg durchgeführtes Physik-Studium im Jahr 1987 mit dem Diplom ab. Anschließend war er als Betriebsleiter eines Produktionsbetriebes der Flachglas verarbeitenden Industrie tätig. Sein Berufsweg führte ihn vorübergehend in die neuen Bundesländer, bevor er Vertriebs- und Entwicklungsleiter eines Automobilzulieferers in der Nähe von München wurde. Die dortigen Erfolge ermöglichten ihm den Kauf einer Entwicklungs- und Konstruktionsfirma. Er ist heute Unternehmer im Bereich Automobil-Konstruktion und beschäftigt 70 Mitarbeiter.

Es war eine schöne Zeit in Regensburg. Ich denke mit größter Zuneigung an diese Stadt zurück und natürlich an dieses aufregende Studium, welches ich nicht begonnen hatte, um mein Leben mit Hilfe eines Berufes zu bestreiten, sondern aus Interesse an den heutigen naturwissenschaftlichen Wissensmöglichkeiten. Auch wenn sich aus diesem Diplom vielfältige Berufsmöglichkeiten ergaben, so war nach einem kurzen Moment der Entscheidung mein Berufsweg vorgezeichnet. "Theorie, Experiment, Angewandte Physik" oder "Papier und Bleistift, Forschungseinrichtung oder Industrie" standen zur Wahl. Ich tendierte instinktiv mehr in Richtung Industrie, das war die eigentliche Entscheidung.

Mein erster Berufsabschnitt: Betriebsleiter eines Produktionsbetriebes der Flachglas – verarbeitenden Industrie mit 100 Mitarbeitern und interessanten Produkten (dünne Schichten auf Glasoberflächen war das physikalische Thema). Reisen durch ganz Europa, 8 Jahre lang. Dann Übernahme durch einen englischen Konzern und Niedergang der Flachglas – Veredelung in den deutschen Konzernniederlassungen durch die englische Sichtweise einer globalen Konzernstrategie, Politik eben. Das hieß Abbau von Arbeitsplätzen von 1000 auf 450, ich wurde auch abgebaut. Heute gibt es in dieser Niederlassung einen vielversprechenden Neuanfang durch ein 51% – Mitarbeiterbeteiligungsmodell.

Mein Berufsweg führte mich vorübergehend in die neuen Bundesländer. Dort bekam ich intensiv die aggressive Vorgehensweise westdeutscher Unternehmer mit, die sich um neu zu verteilende Marktanteile bekriegten wie die Räuber. Moralische, ethische Überlegungen fand man allenfalls in den Kirchen. 5 Monate benötigte ich, um das Verhaltens-Grundmuster dieser Menschen und Manager abstrahiert zu haben.

Dann wurde ich Vertriebs- und Entwicklungsleiter eines Automobilzulieferers in der Nähe von München. Hier hatte ich die Gelegenheit, mein Studium wieder voll zum Einsatz zu bringen und fasste nach diesem Branchenwechsel sehr schnell Fuß. Ich betreute vor allem BMW und AUDI und kaum versah ich mich, war ich Projektleiter für ein Thema, welches es im ganzen VW – Konzern noch nicht gegeben hatte. Es gelang mir im Verlauf von 3 Jahren, trotz widrigster Firmen-interner Umstände, dieses Projekt zum Abschluss und zum Serienanlauf zu bringen, was mir einen sehr guten Ruf bei einem namhaften deutschen Automobilhersteller einbrachte. Für diese Leistung belohnte mich das Schicksal aber noch auf ganz erstaunlichere Weise. Es ermöglichte mir den Kauf einer Entwicklungs- und Konstruktionsfirma in der Nähe dieses Automobilherstellers. Heute bin ich Unternehmer im Bereich Automobil – Konstruktion und beschäftige 70 Mitarbeiter. Am Ende des Jahres 2000 werden wir in unser neues Gebäude, welches gerade entsteht, einziehen. Im Übrigen suchen wir ständig helle Köpfe, die das Leben bejahen. Wenn das Fachwissen ergänzt werden muss, so ist das kein Beinbruch.

Bitte melden unter: e-mail: t.baer@psw-konstruktion.de

1987, am Ende meines Studiums hätte ich das alles nicht für möglich gehalten. Hahaha, hoch lebe die Uni Regensburg.