··· Peter Schubert

Danke, Uni Regensburg!

Peter Schubert, der Autor dieses Beitrags, studierte erst in München, dann von März 1968 bis Oktober 1970, in Regensburg Betriebswirtschaftslehre bis zum Diplomkaufmann. Er ist heute Mitglied des Vorstands einer Maschinenbaufirma in Frankenthal.

November 1969: typischer Regensburger Nebel liegt auf den Straßen und drückt auf die Stimmung. Ich bin auf dem Weg zur Diplomprüfung im neuen WiWi-Gebäude. Noch spielt die Zukunft keine Rolle – das Examen blockiert die Sinne.

Heute, drei Jahrzehnte später, ist die Angst fast vergessen. Der dies academicus gibt Anlaß zur Rückschau: Was ist vom Studium, von der neuen Uni, von Regensburg geblieben?

Geblieben ist – formal zunächst – der Titel. Er wird erwartet, jedenfalls bei einem Vorstandsmitglied eines Maschinenbauunternehmens wie mir.

Geblieben ist insbesondere die Fähigkeit, sich schnell in neue Fragestellungen einzuarbeiten, vor allem auch durch Nutzen des Wissens anderer. Das Fachwissen der Betriebswirtschaftslehre von vor 30 Jahren ist vergessen, auch irrelevant in einer Zeit, in der sich das verfügbare Wissen immer schneller verdoppelt. Aber wir lernten zu lernen – und heute muß man ständig neu lernen.

Geblieben ist daneben das abstrakte Denken, das uns die Uni lehrte – große Hilfe in einer Aufgabe mit ständig neuen Problemstellungen.

Geblieben sind auch Freundschaften, Kontakte zu Studienkollegen, sogar zu Professoren. Das hilft, den Alltag besser zu bewältigen. Geblieben – und hilfreich – sind die Erfahrungen aus dem Engagement im RCDS, Studentenparlament, Kleinem und Großem Senat. Wir übten Gruppenprozesse, die auch in Vorstand und Aufsichtsrat nach ähnlichen Regeln ablaufen.

Geblieben ist aber auch die Skepsis gegenüber den organisatorischen Abläufen in den Unis, nicht zuletzt gegenüber einer zu starken Fokussierung der Lehre auf spezifische Forschungsinteressen, obwohl die Absolventen nahezu ausschließlich die Unis verlassen. Inzwischen studieren meine Kinder. Oft habe ich den Eindruck: Geblieben sind auch die Zustände an den Unis.

Geblieben sind vor allem positive Erinnerungen an die neue Uni im Aufbruch, an heiße Diskussionen, Nächte mit den Verfassern von Flugblättern, an überschaubare Teilnehmerzahlen in Vorlesungen und Seminaren, Maitanz in Adlersberg, Oberpfälzer Wein in Bach. Prof. Börner lud seine ganze Vorlesung zum Kneitinger ein, ohne sein Taschengeld zu überlasten. Aber: Man saß fast immer ‘in der ersten Reihe’. Schlafen und Schwänzen fielen auf.

Mitgenommen und erhalten habe ich also viel Positives, den Grundstein für meine Erfolge. Danke, Uni Regensburg!